Mutig sein: In 5 Schritten zu mehr Mut

Ich bin nicht mutig.

Ich traue mich das nicht.

Ich habe Angst.

Ich kann meine Angst nicht überwinden.

Kommen dir diese Sätze bekannt vor? Sind es vielleicht Sätze, die dir immer wieder durch den Kopf gehen – auch wenn du eigentlich lieber mutig sein möchtest?

So richtig klappt es aber nicht. Du siehst dich einfach nicht als mutigen Menschen, fühlst dich oft ängstlich und lässt dich von diesen Ängsten dann auch zurückhalten.

Das hält dich oft davon ab, die Dinge endlich mal anzugehen, von denen du schon so lange träumst.

Geht es dir so? Dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Es kann auch anders sein! Ich bin mir sicher, dass auch du es schaffen kannst, wieder mutiger zu sein.

In diesem Blogartikel zeige ich dir, wie genau du das schaffst und auch, warum Mut etwas ganz anderes ist, als du gerade wahrscheinlich denkst…

Mutig sein: Was bedeutet das eigentlich?

Viele Ängste stammen noch aus der Zeit, in der die Menschen wirklich jeden Tag ums Überleben kämpfen mussten. Sie mussten sich vor Tieren schützen, weglaufen, jagen.

Auch, wenn das jetzt wirklich schon sehr lange her ist, ist unser Gehirn nach wie vor darauf programmiert, erstmal vorsichtig zu sein und wegzulaufen.

Natürlich drehen wir uns heute nicht einfach um und laufen schnell weg, wenn uns etwas Angst macht. Aber unser Gehirn schickt uns zumindest den Impuls: Lass das lieber. Stell dich jetzt besser nicht auf dein Snowboard, um den steilen Berg runterzubrettern. Dreh lieber wieder um.

Das ist also völlig normal, wenn du in neuen, unbekannten Situationen das Befürfnis verspürst, dem Ganzen den Rücken zu kehren!

Wer mutig ist, hat keine Angst?

Mutig sein bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Denn diese Ängste, dieses Gefühl von ich-dreh-wieder-um, das hat wie gesagt jeder. Und es ist völlig normal.

Mutig sein bedeutet auch nicht, sinnlose Dummheiten zu machen (sowas wie Fallschirmspringen ohne Fallschirm, bitte nicht!).

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Das erste mal weit oben an der Steilen Pistenkante – Angst pur!

Mutig sein bedeutet, durch eine Angst durchzugehen und Dinge trotzdem zu machen. Auch, wenn dein Körper dir gerade zu 100% signalisiert: Lass es.

So war das beispielsweise bei mir, als ich in Oberstdorf mit meinem Snowboard an den Füßen geschnallt oben an der Pistenkante saß und erstmal um Luft schnappen musste.

Alles, wirklich alles in mir hat signalisiert: Bist du von allen guten Geistern verlassen? All die schrecklichen Skiunfälle mit Knochenbrüchen, Helikopterbergungen etc. gingen mir durch den Kopf.

Aber ich habe vorher die Entscheidung getroffen, dass ich das ausprobieren will. Dass ich diese wundervoll schneebedeckte Bergwelt auf eine ganz andere Art und weiße erkunden möchte.

Und so habe ich mich getraut mutig zu sein. Und bin ganz in meinem Tempo zuerst eher nur den Berg irgendwie runtergerutscht, aber egal ich habs getan und das Gefühl war unglaublich, kann ich dir sagen.

Und genau darum geht es!

Mutig sein heißt also, Dinge zu machen, die einen weiterbringen – obwohl man gerade Angst hat. Es heißt, sich klarzumachen, dass die Risiken gar nicht so groß sind, und zu handeln, obwohl man gerade Angst hat.

Wenn die Sehnsucht größer ist als die Angst, wird der Mut geboren.

Seneca

Mut sieht für jeden anders aus

Wie genau dieses „mutig sein“ also aussieht, ist komplett individuell. Was für deine beste Freundin ein Kinderspiel ist, kann für dich eine große Herausforderung sein!

Und das ist in Ordnung. Vergleiche dich nicht – auch vermeintliche Kleinigkeiten im Alltag können schon Mut erfordern:

  • fremde Menschen ansprechen
  • nach Jahren wieder Auto fahren
  • etwas essen, das man noch nie probiert hat
  • sich in der Uni melden, obwohl man noch nie etwas gesagt hat
  • einen Vortrag vor fremden Menschen halten
  • alleine auf Reisen gehen
  • alleine einen Tagesausflug machen und wandern gehen

Während manche Punkte für dich überhaupt keine Herausforderung darstellen, graut es dir vielleicht vor anderen Dingen. Wie gesagt: Was für die eine mutig ist, ist für die andere Alltag.

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Wie aber schaffst du es, wieder mehr mutig zu sein? Das schauen wir uns jetzt an.

Mutig sein: 5 Schritte, die du gehen kannst

Wenn du dich heute noch sehr von deinen Ängsten leiten lässt, wirst du wohl kaum morgen früh aufwachen und dich mutig sämtlichen Ängsten stellen. Musst du auch nicht.

Geh das lieber Schritt für Schritt an!

Schritt 1: Fang klein an

Jap, „fang klein an“ ist irgendwie sowas wie der Klassiker. Stimmt aber halt auch. Sammle erste Erfolgserlebnisse, schaffe Situationen, in denen du mutig sein kannst, ohne direkt dein komplettes Leben auf den Kopf zu stellen.

Steigern kannst du dich immer! Gib dir daher Zeit, du wirst nicht von heute auf morgen in allen Bereichen einfach mutiger sein, nur weil du jetzt weißt, was mutig sein überhaupt bedeutet.

Starte mit Kleinigkeiten, die dir im Alltag über den Weg laufen. Frag z.B. jemanden nach dem Weg, auch wenn du den Weg kennst – dann bist du nicht von der Antwort abhängig und läufst Gefahr, dich zu verlaufen. Es geht einfach nur ums Fragen.

Das Gute ist ja: Auch, wenn mal etwas nicht funktioniert – du wirst merken, dass dir gar nichts passiert und davon die Welt nicht untergeht.

Wahrscheinlich war es gar nicht so schlimm, wie du vorher dachtest!

Aber so trainierst du Stück für Stück deinen Mut-Muskel, jedes mal wenn du deine Komfortzone verlässt. Je mehr du durch deine Ängste gehst, desto stärker wird dieser Muskel. Ist wirklich genau wie bei deinem Bizeps, wenn du mehrmals die Woche ins Fitnessstudio gehst.

Mit jedem Mal wirst du dich besser fühlen und mehr Selbstvertrauen ( = Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten) haben. Ein tolles Gefühl! 🙂

Schritt 2: Mach jeden Tag etwas, wovor du Angst hast

Hier wären wir auch wieder beim Fitnessstudio-Vergleich: Da gehst du ja auch nicht nur einmal im Monat hin und erwartest dann, dadurch deine Muskeln zu stärken.

Genau so ist es mit dem mutig sein: Der Mut-Muskel will regelmäßig, und zwar am besten täglich, trainiert werden.

Natürlich musst du jetzt nicht jeden Tag große Reden vor Menschenmassen schwingen. Es können auch kleinere Dinge sein. Menschen nach dem Weg fragen hatten wir ja gerade schon, hier noch ein paar Ideen:

  • ein neues Restaurant ausprobieren
  • einen anderen Weg zur Arbeit nehmen
  • eine neue Wanderroute laufen
  • Smalltalk mit einer Verkäuferin halten

Schritt 3: Schaffe ein Bewusstsein für deine Angst

Jedes Mal, wenn dieses unangenehme Gefühl aufkommt und dein Gehirn dir mal wieder signalisiert, dass du jetzt besser weglaufen solltest: Schieb das Gefühl nicht weg.

Lass es zu. Mach dir bewusst: Okay, das ist gerade offensichtlich eine Situation, die mir Angst macht. Atme einmal (gern auch zwei- oder dreimal) tief durch.

Warum macht mir das Angst? Und dann geh über zum nächsten Schritt:

Schritt 4: Mach dir die (wirklichen!) Risiken bewusst

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Frag dich: Was ist das schlimmste, was hier gerade passieren kann? Was kann passieren, wenn ich heute alleine einen Tag lang wandern gehe? Was kann passieren, wenn ich mich jetzt alleine für diese Reise anmelden?

Spiel alle Szenarien in deinem Kopf durch (schreib sie auch gerne auf) und vor allem: Überleg dir Lösungen!

2018 zum Beispiel stand ich vor meinem persönlich größten Abenteuer bisher, mein Schritt in die ortsunabhängige Selbstständigkeit. Nicht nur wollte ich meinen vermeintlich sicheren Job kündigen, ich habe auch mein WG-Zimmer gekündigt und hatte auf einmal einfach kein festes Zuhause mehr.

Natürlich hatte ich auch Angst, dass alles schief geht! Aber ich habe mir überlegt, was ich mache, wenn alles schief geht.

„Was, wenn das mit der Selbstständigkeit nicht klappt und ich kein Geld verdiene?“ Meine Berufserfahrung, die ich schon gesammelt habe, ist ja nicht weg. Ich bin gut in dem, was ich tue, und ich kann mir immer wieder einen Job suchen.

Schreib dir das wirklich auf und überleg dir Lösungen für sämtliche Dinge, die schiefgehen könnten. Es hilft so sehr!

Die ganze Geschichte über meinen Weg in den letzten Jahren findest du übrigens hier.

Schritt 5: Gemeinsam mutig sein – hol dir Unterstützung

Du bist nicht auf dich allein gestellt. Wenn der Schritt, etwas alleine anzugehen, für dich gerade noch zu groß erscheint – dann such dir andere Menschen, die das gleiche vorhaben!

So habe ich es z.B. auch 2012 gemacht, als ich durch Norwegen gereist bin. Über joinmytrip.de habe ich eine Gruppe von 3 Personen gefunden, die im Südwesten Norwegens 5 Tage lang wandern waren.

Gemeinsam sind wir über Schneefelder gelaufen, bei Regen, Sturm und Sonnenschein gewandert, über Flüsse von Stein zu Stein gehüpft. Wir hatten viel Zeit, uns kennenzulernen, und haben tolle Gespräche geführt.

Eine Erfahrung, die ich sicher nie vergessen werde!

Du kannst z.B. auch eine Pfade Finden Reise mitmachen. Wir sind dort immer in kleinen Gruppen mit tollen Frauen unterwegs, verbringen Zeit in der Natur, können Abenteuer erleben.

Mutig Sein bei einer Pfade Finden Outdoor Coaching Reise

Schau dir hier die aktuellen Reisen an!

Denk dran: Mutig sein bedeutet nicht, keine Angst zu haben

Habe ich mich mutig und sicher gefühlt, als ich meinen Agenturjob an den Nagel gehängt habe, um digitale Nomadin zu werden? Nein.

Aber ich habe tief in mir drin gespürt, dass es genau das Richtige ist. Und dass es schlimmer wäre, jetzt der Angst nachzugeben und es nicht zu machen, als es auszuprobieren und zu „scheitern“!

Und ich habe es bis heute keine Sekunde bereut, diesen Schritt gegangen zu sein.

Wenn du also das nächste Mal in eine Situation kommst, die dir Angst macht, denk immer daran: Diese Angst will dich gerade nur schützen. Aber wir leben nicht mehr in der Steinzeit, und du musst nicht immer gleich wegrennen.

Mutausbruch-Online-Kurs_LauraPfaffenbach

Mach dir bewusst: Was ist das Schlimmste, das mir jetzt passieren kann? Wäre das wirklich so schlimm? Was sind mögliche Lösungen für diese Szenarien?

Nimm die Angst an – und dann mach es trotzdem!

Wenn du noch mehr Unterstützung haben möchtest für deinen nächsten Mutausbruch, dann schau dir gerne meinen Onlinekurs an.

Was war die letzte Situation, in der du Angst hattest und es trotzdem gemacht hast? Schreib es gerne in die Kommentare, ich freue mich, von dir zu lesen!

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