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Das erste Jahr Ortsunabhängig- und Selbstständigkeit – Meine 5 größten Learnings

Das erste Jahr Ortsunabhängig- und Selbstständigkeit – Meine 5 größten Learnings

 

Ich erinnere mich als wäre, der Schritt in die Selbstständigkeit erst gestern gewesen. Dieser Moment als ich kaum geschlafen morgens in meinem leeren WG Zimmer aufgewacht bin. Der Weg in die Ortsunabhängigkeit bedeutete für mich, minimalisieren. Vieles wurde verschenkt, verkauft oder gespendet. Die letzten Habseligkeiten hatten meine Eltern das Wochenende vorher mitgenommen. Die Nacht war unruhig. Vorfreude, Angespanntheit und Verarbeitung des emotionalen Vortages, welcher mein letzter Arbeitstag in der Festanstellung war.

 

Bei jedem Abschied realisiert man, welch wundervolle Zeit man hatte. Bei mediaman GmbH durfte ich mit wunderbaren Kollegen zusammenarbeiten, spannende Projekte für die größten Automobilhersteller durchführen und über mich hinauswachsen. Die Arbeit als UX Designer/Informationsarchitekt in agilen Teams, hat mir Spaß gemacht, mich herausgefordert und mich wachsen lassen.

 

Ich hatte die besten WG Mitbewohner und das Leben um die Arbeit herum war mit ehrenamtlichen Tätigkeiten bei Viva con Agua, mit Yoga als Ausgleich und den ein oder anderen Reisen mit dem Campervan abwechslungsreich und vielseitig.

 

Also eigentlich alles gut sollte man meinen und sich nicht beschweren. Doch warum sich damit zufriedengeben, wenn man tief im inneren spürt, dass etwas fehlt.

 

Das Leben ist nur so an mir vorbeigezogen, für Abenteuer und Fernreisen war keine Zeit oder kein Urlaub da, weil dieser für ehrenamtliche Tätigkeiten oder für Besuche von Freunden in der Welt verplant wurden. Dennoch wurde der Ruf nach Frischluft und Freiheit lauter. Die Sehnsucht nach Abenteuer und Reisen größer. Und das Gefühl irgendwie anders zu sein stieg an.

 

Ein Bericht über Digitale Nomaden fällt mir vor die Füße. Meine Augen werden größer. Das ist es. Ein Lebensstil, der Arbeiten und Reisen verbindet und Selbstbestimmung, Freiheit und Ortsunabhängigkeit propagiert.

 

Und so habe ich mich vor einem Jahr auf in dieses Abenteuer, was nicht immer einfach war gemacht.

Meine 5 größten Learnings beim Schritt in die Ortsunabhängigkeit und Selbstständigkeit

Das erste Jahr ist ein sehr bewegendes Jahr. Ich habe vieles gesehen, erlebt und gelernt. Manches würde ich genauso wieder tun, manches würde ich etwas anders tun. Gerne möchte ich dir hier meine 5 wertvollsten Tipps mitgeben.

 

1. Nicht vom sozialen und eigenen Druck einschüchtern lassen

Alles was Neu und außerhalb unserer Komfortzone liegt, macht uns Menschen Angst. Die Stimme im Kopf lieber nichts Neues zu wagen wird lauter. Wenn dann auch noch Zweifel, Sorgen und Ängste von dem Umfeld zusätzlich an uns getreten werden, kommt es früher oder später zu diesem Moment, wo wir selber zweifeln und der Druck steigt.

Lass dich davon nicht beirren.

 

Für mich war es das ein oder andere hilfreich genau in diesen Momenten wo ich selber mit Zweifeln kämpft habe, Begegnungen mit Freunden und Familien zu meiden, wo ich von vorne herein wusste, dass diese meine niedergeschlagene Stimmung potenzieren würden.

Auf solche Momente kann man sich super gut vorbereiten. Schreibe eine Liste mit Gründen, warum du genau diesen Weg gewählt hast oder warum genau du das schaffen wirst. Die Liste hilft dir, dich in den Moment wo die Angst die Oberhand nimmt, dich wieder zu fokussieren und dich daran zu erinnern warum das Ganze.

 

 

 

2. Mentoren und Weggefährten suchen und ein Netzwerk aufbauen

Mein wertvollster Tipp an dich: Vernetze dich mit Gleichgesinnten. Suche dir Mentoren, die bereits das Wissen haben, dass du erlernen möchtest und die dort angekommen sind wo du hinmöchtest. Wenn es Menschen gibt, die das bereits geschafft haben, dann wirst du das auch schaffen. Lass dich von deinem Mentor inspirieren und an die Hand nehmen. Stelle fragen, saug das Wissen auf, probiere aus, eifere nach und etabliere neue Gewohnheiten.

 

Suche dir Gleichgesinnte, die ebenfalls auf einem ähnlichen Weg sind wie du. Menschen, die dich verstehen und ähnliche Herausforderungen haben. Gründet eine Mastermind und trefft euch regelmäßig, um eure aktuell größte Herausforderung zu teilen und gemeinsam zu lösen.

 

Besuche Workations, Konferenzen, Meetups, Coworking Spaces und vernetze dich. Neben der Inspiration ist es verblüffend, welch Synergien oder Kooperationen daraus entstehen können.

 

 

3. Neues ausprobieren und erlernen

Nur durchs Ausprobieren kannst du herausfinden, ob eine Business Idee, ein Thema oder eine Aktivität etwas für dich ist. Zehn Monate habe ich beispielsweise ein Startup mit aufgebaut und dann festgestellt, dass es doch nicht passt. Man kann es als scheitern bezeichnen, ich sehe es eher als riesige Erfahrung und einen weiteren Schritt in die Richtung meiner Träume.

 

Gerade wenn man noch auf der Suche nach der Sache ist die einen erfüllt, dann kommt man ihr immer näher in dem man ausschließen kann, was es schon mal nicht ist.

 

Durch das Ausprobieren werden neues Wissen, neue Skills, neue Tools ausprobiert und erlernt und dadurch der Horizont vielseitig erweitert. Dieses Wissen, wird sicher an der ein oder anderen Stelle im Leben hilfreich und du wirst dankbar sein dass du diese Erfahrung gemacht hast.

 

 

4. Die Woche planen und dem Tag eine Struktur geben

Gerade wenn man selbstständig ist für verschiedene Auftraggeber arbeitet und möglicherweise noch sein eigenes Business hat oder am aufbauen ist, also viele verschiedene „Baustellen“ auf einmal hat ist es umso wichtiger eine Struktur zu bekommen.

Eine strukturierte Woche verhilft, zu einer produktiveren Woche und schafft Freiheiten.

 

Ich gehe beispielsweise so vor, dass ich mir jeden Sonntag mein Bullet Journal nehme und die Woche plane. Das Bullet Journal ist ein eigen gestaltetes Notizbuch und Teminkalender. Inspirationen hole ich mir dafür bei dem Bullet Journal Blog Punktkariert.

 

Ein Überblick über alle To Dos der Woche, meine 3 Meilensteine, die ich erreichen möchte und alle Termine die anstehen verhelfen dabei, meine Tage gut zu strukturieren und auch die unangenehmen Dinge, nicht vor mir her zu schieben, sondern auch wirklich anzugehen.

 

Am Ende des Tages jeden Tages bereite ich mich kurz auf den folgenden Tag vor. Dies schenkt mir am Morgen ein gutes Gefühl direkt zu wissen was getan werden muss.

 

 

5.  Länger an einem Ort verweilen

Die neu gewonnenen Freiheiten verleiten dazu von einem zum nächsten Ort zu ziehen. Gerade wenn man sich nach Reisen gesehnt hat, kann man es kaum erwarten wieder unterwegs zu sein. Doch genau das bringt auch seine Herausforderung. Viele Ortswechsel bedeuten auch immer wieder die Suche nach guten Rahmenbedingungen für die Arbeit: Angenehmer Arbeitsplatz, gutes Wifi, wenig Ablenkung, etc.

 

Zu meinem Erstaunen durfte ich feststellen, dass das Reisen als Digitaler Nomade anders als ich es kannte ist. Dadurch, dass der Tag mit Arbeiten gefüllt ist, bleibt wenig Zeit für Sightseeing. Sightseeing hat aber auch keine Priorität. Was viel zentraler ist, ist die Möglichkeit einfach mal morgens bevor der Arbeitstag startet ins Meer zu hüpfen oder in der Mittagspause einen Spaziergang durch die Reisfelder machen zu können. Das ist der Reiz an wundervollen Orten wie Bali oder Kho Phangan zu arbeiten. Gar nicht das tägliche entdecken neuer Sehenswürdigkeiten oder neuer Städte und Landschaften.

 

Dabei habe ich schätzen gelernt, länger an einem Ort zu bleiben. Letztendlich habe ich gemerkt, dass ich mich auch unterwegs nach einem Alltag sehne, den ich zuvor so verhasst habe. Was nun der Unterschied ist, dass ich mir den Alltag selbst gestalten kann. Dabei zu wissen wo das Yogastudio um die Ecke, der Fruchtstand für den morgendlichen Smoothie, die Laufstrecke für die Morgenroutine oder der Weg zum Coworkingspace oder Café ist, gibt einem schnell das Gefühl sich heimisch zu fühlen.

 

Doch auch das Reisen hat seinen Reiz. Sich bewusst Zeit zum Reisen zu nehmen und in diesen Tagen/Wochen, die Arbeit etwas zurück zu stellen ggf. auch den Kunden die Auszeit zu verkünden nimmt den Druck raus ständig auf der Suche nach guten Arbeitsplätzen sein zu müssen.

Das erste Jahr Ortsunabhängig- und Selbstständigkeit ist definitiv ein sehr aufregenden und spannendes Jahr, voller Höhen, Tiefen und Abenteuer. Viele wertvolle Begegnungen und unglaublich lehrreichen Ereignissen. Wertvoll ist aufjedenfall Durchhaltevermögen zu haben um selbst in Tiefphasen nicht den Kopf in den Sand zu stecken sondern weiter dran zu bleiben.

Ich hoffe die Tipps konnten dich etwas inspirieren. Wenn du mehr zu Ängst vor der großen Reise schau dir gerne mal dieses Beitrag an.

Hast du Fragen? Schreibe sie gerne ins Kommentar oder melde dich per Email!

 

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