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Auszeit in der Natur – Wandern im Pfälzer Wald

 

Auszeit in der Natur – Wandern im Pfälzer Wald

Romy von Leaving Comfort Zone war bei der letzen Pfade FINDEN Outdoor Coaching Reise im Pfälzer Wald mit dabei. Wie auch ihr Blog schon sagt, liebt Romy es ihre Komfortzone zu verlassen. So auch auf unserer Tour. Ich durfte sie entführen in die Welt des Zeltens und in der Natur nächtigen was für sie völliges Neuland war.Von ihren Herausforderungen, Gefühlen und Erfahrungen hat sie uns berichtet:

 

Gastbeitrag von Romy Schneider

„Outdoor – und Coachingtour im Pfälzer Wald“. Aus irgendeinem Grund sprang mir dieser Instagrampost direkt ins Auge und von da aus gleich weiter in mein Herz. „Das mach ich!“, war meine erste Reaktion, noch bevor ich überhaupt richtig gelesen hatte, auf was genau ich mich da einlassen wollte.

Offensichtlich war es mal wieder Zeit für eine kleine Auszeit. Letztes Jahr im Kloster, dieses Jahr eben wandern im Pfälzer Wald. Immer mal was Neues. Und außerdem liebe ich Natur, sie erdet mich einfach. Und dass auch noch ein Coachingteil sowie tägliche Yogaübungen mit dabei sein sollten, entsprach genau meiner Vorstellung einer perfekten Kombination. Allerdings bedeutete diese Tour auch: schweres Gepäck, zelten ohne Campingplatz und somit auch ohne Strom und fließend Wasser. Für mich, die noch nie ihrem Leben überhaupt mal gezeltet hatte, also eine echte Herausforderung.

Und da war es plötzlich wieder, dieses aufgeregte Kribbeln, wenn ich mich in Unbekanntes und Unbequemes stürze. Genau mein Ding. Und obwohl ich ganz genau weiß, dass der Punkt kommen wird, an dem ich mich frage, warum zum Teufel ich das tue, bringe ich mich trotzdem mitten da rein. Für mich bedeutet es, das Leben spüren, über mich hinauswachsen. Ich brauche das zwischendurch, da ich sonst das Gefühl bekomme, dass mein Leben in alltäglicher Routine gelangweilt an mir vorüberzieht.

Die Sache war also klar. Und nach einem sehr netten Telefongespräch mit Laura, die diese Tour anbietet und auch noch eine echte Pfadfinderin ist und mir wichtige Fragen wie: „Wo gehen wir auf die Toilette?“ (Wald und Komposttoilette auf dem Trekkingplatz), „Kann man sich evtl. irgendwo und irgendwann ein bisschen frisch machen?“ (Müssen wir gucken, evtl. in einem Bach.) und „Wie funktioniert das mit dem Trinkwasser?“ (Füllen wir durch einen Filter laufend an Bächen auf oder hoffen auf bewirtschaftete Hütten, an denen wir vorbeikommen.) beantwortete, war die Tour gebucht. Wenngleich ich leichte Bedenken bzgl. Wasser und Hygiene hatte, aber Herausforderungen lassen einen ja bekanntlich wachsen. Drei weitere Teilnehmerinnen sowie eine Coaching-Unterstützerin sollten noch mit dabei sein.

Die Auszeit beginnt: Tag 1

Morgens zu Hause

Es ist Donnerstag, der 20. Juni 2019 und heute soll es losgehen, mein kleines Outdoorabenteuer. Eine leichte Aufgeregtheit und Angespanntheit liegt auf mir. Um 5:30 Uhr stehe ich auf, müde, unsicher, ob ich auch wirklich das Richtige mache und ganz leicht demotiviert, weil für die Pfalz Regen vorausgesagt ist. Ich dusche noch einmal gründlich und betreibe intensive Körperpflege, in der Hoffnung, dass es nachhaltig für vier Tage wirkt.

Um 6:30 Uhr frühstücke ich und mache noch einen letzten Rucksack-Check. Ich habe mir einen 30 Liter Trekking-Rucksack von Tobias‘ Schwester geliehen, der jetzt schon fast aus allen Nähten platzt und ich mir Sorgen mache, die noch zu verteilenden Sachen wie Verpflegung und Zelt, nicht mehr unterzubekommen. Das bringt nämlich Laura alles mit und verteilt es dann unter uns Mädels. Vorsorglich habe ich mir noch zwei dicke, stabile Befestigungsbänder besorgt, so dass ich einiges auch einfach von außen auf den Rucksack schnallen kann. Die Kofferwaage zeigt achteinhalb Kilo, was noch recht angenehm ist. Vier bis fünf weitere Kilo werden aber noch hinzukommen.

Ich gehe leise zu Mila ins Zimmer, nochmal Küsschen geben. Sie schläft noch, doch als ich mich vorsichtig über sie beuge, schlingen sich ihre kleinen Ärmchen reflexartig um mich und sie flüstert mir im Halbschlaf: „Tschüss Mama, ich werde dich so vermissen!“ zu. Mein Herz wird schwer und ich habe gerade so gar keine Lust mehr loszuziehen. Gleichzeitig weiß ich ganz genau, dass es mir gut tun wird.

7:00 Uhr, Tobias ist mit aufgestanden und wir verabschieden uns. Er redet mir gut zu und sagt, dass er total stolz auf mich ist, dass ich sowas mache. Er schaut mir noch aus dem Fenster nach und winkt. Ich winke zurück und fühle mich schwer. Ich ziehe los mit ungewohntem Gepäck auf meinen Schultern Richtung Bahnhof. In der Hand trage ich noch eine kleine Plastikflasche mit Wasser, die ich während der Fahrt trinken kann, um meine Wasservorräte ( 1,5 Liter in der Trinkblase und 0,5 Liter in einer wiederbefüllbaren Flasche) zu schonen. Ich fühle mich schlecht wegen der Einweg-Plastikflasche, die ich ja mittlerweile so verteufle, aber sie stammt noch aus unseren alten Vorräten und musste sowieso weg.

Outdoortour, es geht los

Die Fahrt, Ankommen, Kennenlernen, Einrichten

Um 7:20 Uhr komme ich am Bahnhof an, es geht mir ein bisschen besser. Abschiede sind eben einfach doof. Ich decke mich noch beim Bäcker ein und besorge mir eine Zeitschrift, die ich hinterher im Zug liegen lassen will für andere Gäste. Ich hätte so gerne ein Buch für die vierstündige Fahrt nach Edenkoben mitgenommen, aber es wäre zu schwer geworden.

Um 7:37 Uhr fährt mein Zug erstaunlicherweise pünktlich ein und ich hoffe das bleibt er auch, denn ich muss zwei mal umsteigen. Um 12 Uhr ist das Treffen in Edenkoben am Bahnhof geplant. Um 11:26 Uhr soll ich ankommen. Aber alles klappt wie am Schnürchen. Während der Fahrt schaue ich aus dem Fenster, langsam gespannt, was mich wohl erwartet und eindringlich hoffend, dass die Wetter App Unrecht hat.

Tatsächlich auf die Minute genau, komme ich in Edenkoben an. Zur Abwechslung mal ein Hoch auf die Bahn. Der Bahnhof ist winzig. Unschlüssig, wo ich hinsoll und da auch noch niemand da zu sein scheint, setze ich mich auf die überdachte Bank bei der Bushaltestelle neben dem Bahnofseingang. Ich warte zehn Minuten und checke leicht beunruhigt noch mal die Infos, ob ich auch wirklich richtig bin. Keiner zu sehen, also genieße ich noch die Ruhe. Um kurz vor zwölf werde ich dann doch wieder etwas beunruhigter und checke noch einmal den Treffpunkt. Da kommt Laura auf mich zugelaufen, von einem Parkplatz auf der anderen Seite des Bahnhofs kommend, wo alle schon da sind. Außer mir. Aber egal, jetzt sind wir vereint, begrüßen uns alle und machen ein kleines Namensspielchen, um unsere Namen besser zu behalten. Es funktioniert super und selbst ich, die sich eher Gesichter als Namen merken kann, habe alle Namen sofort im Kopf.

Auszeit Natur, Wandern in der Pfalz
Wartend bei der Bushaltestelle 🙂

Laura teilt uns ein, wer mit wem in einem Zelt schläft, aber mit der Option zu tauschen, falls es doch nicht passen sollte. Sie kennt uns ja immerhin schon ein bisschen vom Telefon und hat zumindest einen ungefähren Eindruck von uns, während wir vier anderen keine Ahnung hatten, auf wen wir treffen werden. Laura hat noch Sofie als Unterstützung dabei, die ebenfalls Pfadfinderin ist und sich zudem mit Achtsamkeit auskennt. Insgesamt wirkt schon jetzt alles sehr harmonisch wie ich finde. Und das heißt für mich schon was, die eher immer etwas unsicher auf fremde Menschen zugeht. Das Alter ist bunt gemischt. Die Jüngste ist 23, die Älteste 48. Ich also mittendrin. Das erleichtert mich etwas, da ich befürchtet hatte nur von Mittzwanzigern umgeben zu sein, was mich schnell alt fühlen lässt, auch wenn ich mich selbst noch wie höchstens 30 fühle.

Als nächstes werden Verpflegung und Zelte verteilt. Jeder bekommt die Zutaten von ein bis zwei der veganen Mahlzeiten in seinen Rucksack sowie einen Teil vom Zelt. Alles ist schon in Tüten verstaut und ich vermute mal so aufgeteilt, dass jeder ungefähr das gleiche Gewicht dazu bekommt. Ich habe eine Couscous-Packung, zwei mittelgroße Zipperbeutel mit Grieß, zwei Pakete Pumpernickel, einen Zipperbeutel mit Pflanzenmargarine, eine Zwiebel, eine Zitrone und eine grüne Gurke in meiner Tüte. Dazu schnalle ich mir Ober- und Unterzelt an meinen Rucksack sowie eine kleine Säge. Heringe und Stangen bekommt meine Zeltpartnerin zum Tragen. Mein Rucksack geht kaum noch zu und ich schätze ihn auf dreizehn Kilo. Leicht geknickt frage ich mich wie ich das alles tragen soll. Laura hat noch Äpfel, Müsliriegel und ein selbst gestaltetes „Schlaues Buch“ für jede von uns parat. Ich finde das total aufmerksam und lieb, habe aber keine Ahnung, wo ich das noch hinpacken soll. Ich lasse die Müsliriegel da, nehme mir einen Apfel, den ich direkt esse und quetsche das Buch zwischen Zelt und Rucksack, noch nicht ahnend wie toll und informativ es sein wird für uns.

Auszeit in der Natur, Trekkingrucksack
Mein fertig gepackter Rucksack
Los geht’s!

Erste Wanderstrecke

Wir ziehen los, laufen erst ein Stück durch Edenkoben und biegen nach einer Weile in den Pfälzer Wald ab. Die Gespräche fließen direkt. Wir lernen uns kennen. Jeder quatscht mit jedem, die Sonne scheint, es ist warm und wir pflücken süße, saftige Kirschen von an der Straße stehenden Kirschbäumen. Und wäre nicht dieser verdammt schwere Rucksack auf meinem Rücken, der mir schon nach kurzer Zeit die Schultern so schmerzen lässt, dass ich krampfhaft überlege wie ich das am besten bis Sonntag aushalte, wäre es ein perfekter Sommertag.

Zwölf Kilometer und einige Höhenmeter wollen wir heute zurücklegen und das mit dem schwersten Gepäck der ganzen Tage. Denn nach jedem Essen wird es natürlich leichter. Kaum sind wir im Wald, geht es auch schon leicht bergauf. Es heißt ja auch Pfälzer Weinsteig. Andere Wanderer kommen uns entgegen und immer wird nett gegrüßt. Ich versuche mich auf die wunderschöne Natur zu konzentrieren, aber es ist zu viel Neues gerade für mich und ich merke, dass ich mich erst mal zurecht finden muss.

Nach ein paar Kilometern machen wir eine erste Pause, leeren unsere Blasen im Wald und bekommen als erstes von Laura gesagt, dass wir den Wald immer so hinterlassen sollen wie wir ihn vorgefunden haben. Also keine Taschentücher liegenlassen und alles möglichst verscharren. Aber da sind wir uns sowieso alle einig und finden das selbstverständlich. Da entdecken wir plötzlich eine Zecke auf Sofies Hand, Mücken surren um uns herum und siedend heiß fällt mir ein, dass es im Wald auch ziemlich viel Gekrabbel gibt. Gerade an Zecken hatte ich gar nicht gedacht. Sofort juckt es mich überall und ich bereue es keine lange Hose mitgenommen zu haben, um meine Beine vor Ungeziefer zu schützen. Erstes Learning.

Als nächstes stellen wir Regeln auf wie wir miteinander umgehen wollen und wir können erzählen, was wir von dieser Tour erwarten und was uns hergeführt hat. Immer alles ein Kann, nichts Muss.

Wir laufen weiter und treffen immer noch auf viele Wanderer und Spaziergänger. Mich persönlich beruhigt das ein bisschen, denn anscheinend befinden wir uns noch in der Zivilisation. Langsam eintauchen, anstatt überstürzt springen, ist mir schon immer lieber gewesen. Es folgt ein wunderschöner, kleiner See mit einer bewirtschafteten Hütte und wir machen noch mal eine Pause. Ich freue mich über eine richtige Toilette, fließend Wasser und denke mir noch, dass es doch immer irgendwo solche Hütten geben wird und es somit doch ganz easy ist. Allerdings weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir noch weiter in den Wald laufen, dorthin, wo es all das nicht mehr geben wird.

Aussicht Pfälzer Wald
Nach der Steigung kommt die Aussicht 🙂

Nach der Pause geht es zunehmend berghoch, der Rucksack wird gefühlt immer schwerer und es ist wirklich anstrengend. Dennoch verfliegt die Zeit durch die vielen Gespräche. Schon steht die nächste Pause an und wir stürzen uns auf Lauras Trekkingkekse, die unseren langsam größer werdenden Hunger etwas stillen. Leider haben wir die eigentlich angesteuerte Wasserquelle nicht gefunden und nun ein kleines Wasserproblem. Unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu. Da tauchen ein paar nette Wanderer auf, die gerade in ihr Auto steigen wollen, das sie auf einem Waldparkplatz geparkt hatten und schenken uns auf Nachfrage eine große Wasserflasche. Das nenn ich mal perfekt abgepasst. Das Abendessen, das wir kochen wollen, ist somit gerettet.

Kurz vor Ankunft auf dem ersten Trekkingplatz, kommen wir an einem kleinen, aus Stein gemauerten Aussichtsturm vorbei. Wir legen unsere Rucksäcke ab und haben tatsächlich alle noch Kraft die steilen Treppenstufen nach oben zu steigen. Die Aussicht belohnt uns dafür, denn sie bietet einen traumhaften Blick auf den dichten, grünen Pfälzer Wald. Die Sonne scheint auch immer noch und ich fühle mich absolut wohl.

Auszeit in der Natur, Aussichtsturm

Erster Abend und erste Nacht

Gegen 20 Uhr erreichen wir den Trekkingplatz. Es ist kaum ersichtlich, dass es ein solcher Platz sein soll, denn eigentlich ist er nur durch ein kleines Holz-Toilettenhäuschen zu erkennen, das quasi mitten im Wald steht. Innen befinden sich eine Komposttoilette und ein Eimer mit Erde, die man nach jedem Geschäft mit ins Loch schmeißen soll, um so den Gestank zu reduzieren. Wirkt auf jeden Fall. Der Geruch ist tatsächlich gut auszuhalten. Weiter erblicken wir noch den Lagerfeuerplatz mit Baumstämmen zum gemütlichen Sitzen rundherum. Ich stelle meinen Rucksack ab und merke, dass ich ziemlich kaputt bin. Am liebsten möchte ich jetzt ins Bett. Aber erstmal ist Zelte aufbauen angesagt. Das klappt aber erstaunlich gut und ist ziemlich einfach, selbst für mich, die das noch nie gemacht hat. Laura und Sofie zünden ein Lagerfeuer, breiten ihre Kochutensilien wie Töpfe, Gaskocher, Windschutz, Gewürze etc. aus und ich bin beeindruckt, wo sie das alles noch unterbekommen haben. Sie sägen dicke Holzstücke in kleinere Stücke, um genug Holz für den Abend zu haben und das Feuer am Brennen zu halten.

Komposttoilette Pfälzer Wald
Trekkingplatz Pfälzer Wald
Auszeit in der Natur, Lagerfeuer
Laura zündet das Lagerfeuer

Nachdem ich meine Rucksackutensilien im Zelt ausgebreitet habe, setze ich mich nah ans Feuer, denn mittlerweile ist es recht kühl geworden. Im Gegensatz zu allen anderen, die ihre Mützen und Jacken rausholen und ich mich wiederholt frage, wo sie das alles hingepackt haben, habe ich nur einen einzigen Pulli dabei. Auf jeden Fall ein Punkt, bei dem ich beim nächsten Mal schlauer sein werde. Es ist zwar Sommer, aber momentan tagsüber nur 23 Grad und nachts kühle 13. So ganz langsam kommen mir auch Zweifel, ob mein dünner Sommerschlafsack wirklich die richtige Entscheidung war.

Am ersten Abend gibt es Nudeln mit Pesto. Wir alle haben Hunger und es ist wirklich eine Wohltat dort am Feuer zu sitzen und zu essen. Ein kleiner Schluck Rotwein wäre jetzt vielleicht noch das i-Tüpfelchen. Allerdings haben wir weiter ein kleines Wasserproblem. Für den nächsten Morgen wird kein Wasser für Tee oder Kaffee übrig sein und die nächste Hütte, wo wir unsere Behälter auffüllen könnten, ist ein ganzes Stück entfernt. Ein bisschen beunruhigt mich das und ich teile mir meine paar 100 Milliliter, die ich noch in meiner Trinkblase habe, gut ein. Dazu kommt noch die Kälte, die mich mittlerweile komplett eingenommen hat und ich überlege die ganze Zeit wie und wo ich mich trotzdem einigermaßen waschen und Zähne putzen kann.

Kopfsache

Auf die Coachingübungen, die wir nach dem Essen in unserem schlauen Buch machen, kann ich mich nicht richtig konzentrieren. Die ganze Situation verursacht ein plötzliches Unwohlsein in mir und ich wäre jetzt eigentlich gerne alleine. Ich gehe ein Stück hinters Zelt, spritze mir ein bisschen Wasser ins Gesicht, schmeiße eine Zahnputztablette ein und spüle mit einem Minimum an Wasser meinen Mund aus. Immerhin habe ich jetzt einen frischen Geschmack im Mund. Meine Hände „wasche“ ich mit Handhygienespray und fühle mich nach dieser Mini-Reinigungsaktion ein winziges bisschen besser. Wir bleiben noch eine ganze Weile am Lagerfeuer sitzen, Laura spielt Ukulele und die anderen singen Lagerfeuer-Gitarrenlieder. Mir ist aber nicht danach. Ich merke, dass ich gerade genau da bin, wo ich immer bin, wenn ich etwas Neues und Unbekanntes mache: direkt vor meiner eigenen selbst gesetzten Grenze. Noch ratlos wie ich darüber komme. Ich wusste, dass das kommen wird und fühle mich bestätigt. Immerhin. Ich kenne mich schon ganz gut. Und ich weiß, dass ich, wenn ich es über diese Grenze geschafft habe, alles toll sein wird. Nur der Weg darüber kostet mich Energie und ich muss versuchen mich davon nicht runterziehen zu lassen.

Gegen 23 Uhr gehen wir ins Zelt und richten uns so gut wie möglich ein. Es macht mir komischerweise überhaupt nichts aus mit jemand Fremden in einem Zelt zu schlafen. Aber die Wellenlängen passen auch einfach bei mir und Lisa, meiner Zeltpartnerin. Die Nacht wird jedoch schlimm für mich. Ich habe definitiv zu wenig an, mein Schafsack ist wie schon befürchtet nicht warm genug. Die Kälte legt sich erbarmungslos auf mich und ich friere im Dauerzustand. Ich ziehe den Schlafsack bis über den Kopf und rutsche bei jeder kleinen Bewegung von meiner schmalen, aufblasbaren Matte herunter. Das verursacht zusätzlich auch noch laute Raschelgeräusche, was wiederum zur Folge hat, dass ich mich lieber gar nicht mehr bewege. Ich will niemanden stören. Dafür wache ich am nächsten Morgen mit schmerzenden und durchgefrorenen Gliedern auf. Wenn von Aufwachen überhaupt die Rede sein kann, denn ich habe das Gefühl, keine einzige Sekunde geschlafen zu haben.

Auszeit in der Natur: Tag 2

Morgenroutine

Ich friere wirklich schrecklich und meine ersten Gedanken gelten dem Warmwerden und der Hygiene. In mir findet ein Kampf statt zwischen Aufgeben und Weitermachen. Die Vorstellung, das jetzt noch knapp drei weitere Tage durchzuziehen, zieht mich runter. Ich befinde mich auf meiner Grenze. Immerhin aber ein Stück vorangekommen. Jetzt muss ich sie nur noch hinter mir lassen. Ich krieche aus dem Zelt, putze so gut es geht die Zähne und spritze mir wieder ein wenig Wasser ins Gesicht, diesmal auch unter die Arme. Ich brauche diese kleine Hygieneroutine, um mich ein bisschen wohler zu fühlen. Aber es ist ok. Ich versuche nicht dagegen anzugehen, sondern nehme es an. Es ist so wie es ist und ich bin so wie ich bin. Und das ist gut so. Etwas, dass ich erst lernen musste.

Laura trommelt uns zum Yoga zusammen. Doch auch das fällt mir schwer. Mir ist immer noch so verdammt kalt und ich habe nichts mehr, was ich noch anziehen könnte. Ich hoffe auf Sonne heute und bin schon mal leicht dankbar, als ich sehe, dass der Himmel ganz gut aussieht.

Yoga im Wald

Nach dem Yoga gibt es Frühstück: Haferbrei mit Zimt, Äpfelstücken, getrockneten Cranberries und Nüssen. Auch wenn der Brei aufgrund des fehlenden Wassers eher ein Klumpen ist, tut es unheimlich gut etwas im Magen zu haben. Und schmecken tut es trotzdem. Ich esse langsam und bewusst, genieße es richtig. Etwas, dass ich zu Hause eher selten mache. Laura möchte weitere Coachingübungen mit uns machen, doch ich kann mich immer noch nicht konzentrieren. Ich merke, dass ich mich für so etwas rundum wohlfühlen muss, sonst funktioniert es nicht.

Wir sollen erzählen wie es uns geht und ich sage ehrlich wie es ist, auch wenn ich Details auslasse. Sofort wird mir von allen Hilfe in Form von Schals, Oberteilen und Jacken für die Nacht angeboten. Ich bin leicht gerührt, dass sich so um mein Wohlergehen gekümmert wird und fühle mich gleich besser. Wir bauen die Zelte ab, stopfen wieder alles so gut es geht in unsere Rucksäcke und ich bin nun etwas motivierter, was das nächste Ein- und Auspacken bzw. Auf- und Abbauen der Zelte betrifft, weil ich nun weiß wie es geht. Ich habe meine kleine Routine gefunden. Aber so ist das doch immer, das Unbekannte verunsichert uns, bis es uns nicht mehr unbekannt ist. Ich habe meine Grenze fast überwunden.

Alles fügt sich

Gegen halb zwölf brechen wir auf und ich bin richtig froh ums Wandern, weil mir dann endlich wieder richtig warm werden wird. Heute nur neun Kilometer, sagt uns die Karte, die allerdings nicht sonderlich genau ist. Trotzdem laufen wir pfadfindermäßig ohne GPS. Nach kurzer Zeit kommen wir an einem Gasthof, der mitten im Wald liegt, vorbei, wo wir unsere mittlerweile leeren Wasserbehälter auffüllen wollten. Der Gasthof hat zu. Klasse. Die Enttäuschung steht in allen Gesichtern. Aber Laura ist jemand, der nicht so schnell aufgibt und nach einem Blick um die Ecke, entdeckt sie einen angeschlossenen Wasserschlauch, der an der Hauswand befestigt ist. Daneben eine kleine Wiese und zur absoluten Krönung, ein Kirschbaum. Herrlich. Danke Universum! Wir machen uns frisch, füllen alle Behälter mit Wasser auf, bereiten uns köstlichen Kaffee zu, essen Kirschen, die Sonne scheint und mir ist endlich wieder warm. Und als ob plötzlich ein Schalter umgelegt wurde, geht es mir auf einmal wunderbar. Ich habe meine Grenze hinter mir gelassen. Ich spüre wie ich wieder mehr bei mir ankomme und fühle mich bereit mich ganz auf mich zu konzentrieren, anstatt auf Wassermangel, Kälte, fehlende Hygiene und evtl. fettende Haare.

Auszeit in der Natur, Kirschen pflücken

Es bleibt ein richtig schöner Tag. Von Regen weit und breit keine Spur. Der Rucksack ist zwar immer noch schwer, aber mein Körper scheint sich langsam daran zu gewöhnen. Zumindest wundere ich mich, dass sich die Schulterschmerzen in Grenzen halten. Zum Mittag gibt es heute Couscous-Salat mit Gurke, getrockneten Tomaten, Möhren und Pumpernickel. Also einiges aus meinem Rucksack, was ihn direkt leichter macht. Ich nehme zwar dafür wieder etwas anderes mit, es soll ja auf jeden Fall gerecht zugehen, aber es ist trotzdem nicht so viel wie vorher. Ich beobachte jetzt auch interessierter wie das Essen zubereitet wird und schnippel selbst mit. Gaskocher aufstellen, anzünden, Windschutz drum, Topf drauf, kochen. Ich bin fasziniert wie so leckere Gerichte so leicht in freier Natur zubereitet werden können. Und es schmeckt göttlich. Nach dem Essen ruhen wir uns noch ein bisschen aus und gehen gestärkt und guter Dinge weiter. Die Gespräche werden immer persönlicher und jeder versucht jedem ehrliches Feedback, Tipps und Anregungen zu geben. Unsere kleine Wandertruppe ist die Harmonie in Person.

Ab und zu verlaufen wir uns aufgrund der schlechten Karte ein bisschen, was aber keiner schlimm findet. Die Zeit verfliegt, die Schultern schmerzen immer weniger und mittlerweile habe ich auch den richtigen Gang gefunden, um das Gewicht mehr auf die Hüften, anstatt auf die Schultern zu verlagern.

Auszeit in der Natur, Mittagspause
Mittagspause
Auszeit in der Natur

Trekkingplatzsuche die Zweite

Kurz vor unserem nächsten Trekkingplatz, laufen wir ein paar Meter durch einen kleineren Ort. Da Astrid aus unserer Gruppe, aufgrund einer aufkommenden Blase unterm Fuß starke Schmerzen hat, fragt Laura kurzerhand bei einem Anwohner nach, ob er nicht unser Gepäck sowie die schmerzgeplagte Astrid zum Trekkingplatz fahren könnte. Und, ob wir nicht auch noch Wasser bei ihm auffüllen könnten, da es sonst knapp werde würde. Laura’s Idee ist goldwert, denn das letzte Stück zum Trekkingplatz führt auf einem schmalen Waldweg ziemlich steil nach oben. Ohne Gepäck schon sehr anstrengend. Mit Gepäck mag ich es mir gar nicht vorstellen. Der ältere Herr hat tatsächlich Mitleid mit uns und bietet ohne Zögern seine Hilfe an. Ich merke, dass es eigentlich leicht ist, Leute um Hilfe zu fragen. Mir fällt es aber oft schwer, weil ich Angst vor Ablehnung habe und Angst davor auf die Nerven zu fallen. Das steckt irgendwie in mir und ist eine Sache, an der ich noch arbeiten muss.

Laura und Astrid werden also mitsamt dem Gepäck hochgefahren. Wir anderen vier laufen. Der kleine Pfad ist wirklich steil, so dass wir einige Pausen machen müssen, um Luft zu holen. Nach einer ganzen Weile und ohne Aussicht auf unser Ziel, haben wir das Gefühl vom Weg abgekommen zu sein. Etwas irritiert irren wir umher. Es ist schon acht Uhr und ganz langsam beunruhige ich mich. Mein Kopfkino sieht uns schon nachts im Dunkeln immer noch umherirren. Ich stelle mir vor wie wir uns erschöpft irgendwo hinlegen, einschlafen und am nächsten Morgen übersät sind mit Ameisen und anderem tierischen Gekrabbel. Mein Kopfkino ist leider sehr fantasievoll und hat eine fantastische Bildqualität. Auf jeden Fall auch noch eine Sache, an der ich dringend arbeiten muss.

Wandern Pfalz
Zwischendurch Füße kühlen
Trekking Pfalz

Irgendwann, nachdem wir wirklich ratlos sind, beschließen wir die Handys, die wir glücklicherweise dabei haben, einzuschalten. Auch wenn die Stimmung immer noch gut ist, merken wir doch, dass wir langsam an einen kleinen Erschöpfungszustand geraten, zumal wir mitten durchs Dickicht laufen, weil keine Wege erkennbar sind. Ein bisschen wie Hänsel und Gretel, nur ohne Brotkrumen. Ich bin die einzige, die ein bisschen Empfang hat und dank Mr. Google maps sehen wir, dass wir tatsächlich völlig falsch sind. Keine Ahnung wie die Leute das vor zwanzig Jahren gemacht hätten, aber wir sind in dem Moment einfach nur froh, die Orientierung wiedergefunden zu haben. Dem Internet sei Dank. Der Platz ist aber zum Glück gar nicht weit weg und nach weiteren 20 Minuten finden wir die anderen, die glücklicherweise gerade schon das Essen zubereiten und die Zelte größtenteils aufgebaut haben. Wir sind erleichtert, die Stimmung ist ausgelassen, auch wenn aus den neun Kilometern letztlich anstrengende fünfzehn geworden sind. Aber wir scherzen über unser kleines Abenteuer. Erst dadurch entstehen doch die guten Geschichten oder?

Zum Abendessen gibt es Süßkartoffelcurry, was auch wieder köstlich schmeckt. Ich merke, dass ich mich immer mehr öffnen kann und die Coachingübungen bewusster mache, weil ich mich besser auf mich konzentrieren kann. Ich habe meine innere Ruhe wiedergefunden. Ich fühle mich super wohl und könnte noch Tage so weitermachen. Vorausgesetzt, ich kann zwischendurch dann doch mal irgendwo meine Haare waschen…

Wandern Pfalz

In der folgenden Nacht, packe ich mich richtig warm ein und spanne auch noch eine dieser dünnen Folien-Rettungsdecken, die Laura mir gegeben hat, um meinen Schlafsack. Meine Bewegungsfreiheit ist so zwar weiterhin reichlich eingeschränkt, aber ich friere nicht mehr und schaffe es sogar einige Stunden durchzuschlafen.

Auszeit in der Natur: Tag 3

Es fluppt

Nach zwanzig Minuten Yoga, ein paar Achtsamkeitsimpulsen, leckerem Haferbrei, diesmal mit genügend Wasser zubereitet, meiner kleinen Katzenwäsche-Routine und dem Benutzen des nicht ganz so schönen Kompost-Klos, bin ich mit den anderen so sehr in Gespräche vertieft, dass wir gar nicht bemerken wie die Zeit vergeht. Erst am späten Mittag schaffen wir es weiterzuziehen. Nach einer guten Stunde gelangen wir in einen kleinen Ort und stellen nach Blick auf unsere Karte leicht beunruhigt fest, dass wir die geplanten Kilometer für heute vermutlich nicht schaffen werden. Dazu der immer noch stark schmerzende Fuß von Astrid, die aber tapfer durchhält. Wir beschließen ein Stück mit dem Bus zu fahren, was ja auch mal schön ist. Bevor der Bus kommt, finden wir noch einen netten Anwohner, der uns in seiner Garage wieder mal unsere Wasserbehälter auffüllen lässt. Die Stimmung ist weiterhin fröhlich und ich fühle mich mittlerweile richtig beschwingt. Selbst, als es am Nachmittag dann doch mal zu regnen anfängt und wir alle ganz schön nass werden, sind wir weiter gut drauf und singen sogar alle möglichen Lieder: von Gospel bis Toten Hosen.

Trekking Pfalz
Wir beraten uns
Pfalzwanderung
Ok, wir fahren ein Stück mit dem Bus
Pfalz Trekking Tour
Es fängt an zu regnen
Pfälzer Wald Auszeit in der Natur
… die Stimmung ist trotzdem gut 🙂

Im nächsten Waldabschnitt, wo sich auch unser dritter Trekkingplatz befinden soll, sind wir plötzlich umgeben von umgestürzten Bäumen, die uns den Weg versperren. Es ist also ein bisschen Klettern angesagt. Mit dem schweren Rucksack (aber immerhin nicht mehr ganz so schwer wie am Anfang), nicht ganz so einfach. Mein Kopfkino macht sich zudem schon wieder Sorgen, dass uns nachts ein Baum aufs Zelt fallen könnte. Ich wünschte, ich hätte einen Knopf zum Abschalten.

Wieder müssen wir ein bisschen suchen, bis wir den Platz finden und wieder erkennen wir als erstes das uns nun schon sehr bekannte Toilettenhäuschen. Ansonsten ist der Platz diesmal sehr klein und irgendwie ungemütlich. Aber dafür hat der Regen aufgehört und wir können in Ruhe die Zelte aufbauen. Alles ist feucht-klamm und ich bin in dem Moment sehr dankbar, dass wir nur diese paar Regenstunden hatten. Perfekt ausreichend, um auch mal das Wandern und Zelten bei Regen kennenzulernen.

Wald wandern Pfalz

Letzter Abend schon

Abends gibt es Arbeitsteilung: zwei laufen los, um die Wasserquelle zu suchen, die es hier geben soll und die anderen suchen trockenes Holz und fangen an das Essen vorzubereiten. Ich begebe mich mit dem kleinen Beil auf Holzsuche und bin ein bisschen stolz, tatsächlich auch mit einigen trockenen Stücken zurückzukommen. Alles andere klappt auch wunderbar, auch wenn die Wasserquelle versiegt ist, aber dafür wieder ein netter Waldhüttenbewohner ausgeholfen hat. Abends essen wir das, wie ich finde, leckerste Gericht auf dieser Tour: Spaghetti mit Linsenbolognese.

Die Atmosphäre ist heute Abend einzigartig. Vielleicht, weil es der letzte Abend ist und alle irgendwie glücklich, dass es so gut gelaufen ist. Vielleicht, weil wir uns mittlerweile alle ganz gut kennen und wir auf einer Wellenlänge sind. Vielleicht auch, weil es nicht mehr geregnet hat und wir so ein leckeres Essen kochen konnten. Vielleicht aber auch von allem ein bisschen. Wir machen weitere Coachingübungen, verbrennen unsere Sorgen, die wir vorher auf einen Zettel schreiben, im Lagerfeuer und ich habe das gute Gefühl in meinem ganzen Tun grundsätzlich auf dem richtigen Weg zu sein.

Trekking Pfalz

Als es schon etwas später und stockdunkel ist, erwartet uns noch eine Überraschung. Wir sollen mit geschlossenen Augen und uns gegenseitig an die Hände fassend, ein Stück durch die Dunkelheit laufen. Vorne weg Sofie und hinterher Laura mit jeweils einer Fackel in der Hand. (Wo haben sie die bloß noch die ganze Zeit verstecken können?) Als wir die Augen wieder aufmachen dürfen, befinden wir uns am Anfang eines freien Feldes mit Blick, soweit der Nachthimmel das zulässt, auf den gegenüberliegenden Wald. Ein irgendwie mystischer Anblick. Und als jeder noch sich selbst ein Versprechen vor den Augen der anderen geben soll und dieses laut in die Nacht hineinspricht, habe ich das Gefühl, dass das Universum ganz genau zuhört. Alle bekommen danach noch ein Pfadfindertuch von Laura und Sofie um den Hals gebunden. Die Enden durch einen echten Pfadfinderknoten gesteckt, den wir am Vorabend noch jeder selbst geknüpft hatten. Auch ein paar persönliche Worte finden die beiden für jeden noch. An diesen Moment werde ich wohl immer zurückdenken und so mein Versprechen an mich auch niemals vergessen.

In der letzten Nacht ist mir gar nicht mehr kalt. Ich schlafe sogar auch relativ gut und freue mich jetzt schon so sehr, das hier mitgemacht zu haben.

Auszeit in der Natur: Tag 4

Pfadfindertechniken und Chillen

Am Vormittag lassen wir uns Zeit. Wir müssen nur noch ca. 45 Minuten zurück ins Dorf wandern, wo Laura für uns alle einen Tisch zum Mittagessen reserviert hat und wo wir es uns verdienterweise richtig gutgehen lassen wollen. Ich freue mich so wahnsinnig auf fließend Wasser, eine richtige Toilette, etwas kaltes zu Trinken mit Geschmack, ein Essen, das wir nicht selbst zubereiten müssen und ohne hinterher mühsam das Geschirr zu spülen. Das Selbstverständliche zu schätzen ist so ein tolles Gefühl, es macht mich richtig glücklich. Das merke ich deutlich und auch das kann ich für mich mitnehmen.

Wir machen noch ein paar Yoga- und Coachingübungen und ich nehme mir vor, das Schlaue Buch zu Hause in Ruhe noch mal durchzugehen. Es ist so liebevoll und detailliert gestaltet und erst jetzt fange ich an, es richtig zu schätzen. Laura und Sofie müssen unheimlich viel Mühe, Zeit und Liebe dort hinein investiert haben. Außerdem bekommen wir noch gezeigt wie man ohne Feuerzeug Feuer machen kann, richtig gute Knoten gemacht werden und sich einen Stuhl in der Natur baut.

Auszeit Pfade finden
Pfadfindertum, Pfalz

Back in Zivilisation

Um 13 Uhr laufen wir ins Dorf runter, nach Annweiler. Es ist bildhübsch. Wir kommen an kleinen Fachwerkhäusern und tollen Restaurants mit einladenden Terrassen und Möglichkeiten zum Draußensitzen vorbei. Heute ist es sogar richtig heiß. Unsere von gestern noch feuchten Sachen können also gut trocknen. Als wir am Restaurant ankommen und uns draußen an unseren reservierten Tisch setzen, durchströmt mich ein Glücksgefühl: Ich habe es geschafft, ich habe durchgehalten und ich habe mich so wohl gefühlt. Ich bestelle eine große, rote Traubensaftschorle, die ich so genieße wie noch nie ein Getränk zuvor. Auf der Toilette wasche ich meine Hände unter fließend kühlem Wasser, was ein unglaublicher Genuss ist.

Annweiler
In Annweiler
Annweiler, Pfalz
Annweiler, Pfalz

Noch mitten im Flow von dem ganzen veganen Essen, kann ich nichts fleischiges bestellen und nehme gegrillten Schafskäse mit Gemüse. Zwar nicht vegan, aber vegetarisch. Ich nehme mir vor, zukünftig noch mehr auf meine Ernährung zu achten und mehr vegetarisch/vegan zu kochen. Jetzt, wo ich gesehen habe wie einfach es ist, bin ich viel motivierter.

Es ist so unfassbar schön, so tiefenentspannt hier zu sitzen mit dem Gefühl, etwas geschafft zu haben. Meine innere Ruhe hat sich komplett in mir ausgebreitet und ich hoffe, dass sie noch eine Weile bleiben wird. Hoch motiviert und mit voller positiver Energie denke ich an die kommende Woche. Ich nehme mir vor, immer, wenn meine Stimmung mal wieder kippen sollte, an die vielen schönen Momente hier im Pfälzer Wald zurückdenken, die mir nun, als Anker im stressigen Alltag, Halt geben.

Am späten Nachmittag kommen Mila und Tobias mich abholen. Sie hatten sich auch ein paar schöne Tage in der Pfalz gemacht. Mila umarmt mich stürmisch und ich bin glücklich, dass wir wieder vereint sind. Jetzt geht es wieder nach Hause und ich nehme ein bisschen mehr von mir mit. Denn im Vergleich zu vor der Tour bin ich wieder ein Stückchen über mich hinausgewachsen. Und genau dafür habe ich das gemacht.

Wenn du auch mal Lust auf so eine Tour hast und dich wieder mehr mit dir und der Natur verbinden möchtest dann komm doch mit auf die nächste Tour.

Mehr informationen findest du hier.

 

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